Ideenwettbewerb Ehemalige Synagoge Michelsberg Wiesbaden

Auslober: Stadt Wiesbaden, Stadtplanungamt, Hochbauamt

Ge-Denken, Mit-Fühlen und vielleicht Verstehen.
Eine solche Gedenkstätte muß Emotionen freisetzen, den Betrachter an die Erinnerung mahnen, den Vor-beieilenden stutzen lassen. Was in den Menschen vorgeht, in welcher Form sie die Erinnerung an dieses schreckliche Verbrechen verarbeiten, kann eine Gedenkstätte nicht vorweg bestimmen. Aber sie kann ein Signal aussenden, daß das hier kein gewöhnlicher Platz ist. Sie kann Erinnerungen lebendig machen, kann der kommenden Generation vermitteln, welches Verbrechen in dieser Stadt geschehen ist.
Wir wollen diese Erinnerung dadurch dokumentieren, daß 1200 leere Plätze geschaffen werden, einen leeren Platz für einen jeden dieser 1200 Ermordeten.
Auf jedem dieser Plätze kann man selbst Platz nehmen, sich für einen kurzen Moment in eine andere Welt versetzt fühlen.
1200 Plätze mit 1200 Namen: Wenn 1200 Menschen bei besonderen Veranstaltungen hier Platz nehmen würden, dann wäre die Vorstellung vom Ausmaß dieses Verbrechens gegenwärtig, aber auch wenn ich allein auf einem dieser Plätze sitze, nehme ich den Platz eines der Ermordeten ein, versetze mich in sein Schicksal, versuche etwas zu verstehen, was sich dem normalen Verständnis entzieht …