Gustav-Mesmer-Haus in Bad Schussenried

Annerkennung

Das vorgegebene Raumprogramm, bestehend aus 3 Stationen, einem gemeinsamen Bereich sowie einem Verwaltungsbereich wird in der Konfiguration der Baukörper ablesbar gemacht.
Die intimen Wohnbereiche auf den Stationen, allesamt in eingeschossigen Atriumhäusern untergebracht, rücken nach Norden und werden durch ein zweigeschossiges markantes Eingangsgebäude mit entsprechendem Vorfeld abgeschirmt.
Es ergibt sich ein Ensemble, welches sich mit der freien Landschaft zu einem lockeren Ortsrand verzahnt.
Der Standort am äußersten östlichen Rand des Baufeldes wurde so gewählt, dass die Anbindung an die offene Landschaft insbesondere aus der Blickachse der Klosteranlage erhalten bleibt.
Der diesen Bereich kreuzende Feldweg wird nach Westen, zwischen das Apothekengebäude und den Neubau gelegt. In Verbindung mit dem herausgearbeiteten Biotop ergibt sich eine starke und grüne Anbindung an die freie Landschaft.
Alle drei Stationen werden um ein offenes Atrium organisiert. Über eine kleine Halle werden die drei eigenständigen Stationen miteinander verbunden.
Hier entsteht ein kleiner, gut orientierter und hoch frequentierter Marktplatz wo man sich trifft und mit-einander reden kann. In Verbindung mit dem zentralen Dienstzimmer, welches den direkten Einblick in alle Stationen gewährleistet, wird dieser Bereich zum Dreh- und Angelpunkt für die gesamte Klinik.
Die Station III, welche flächenmäßig etwas kleiner ist, erhält zentrale Funktionsbereiche wie Umklei-den sowie das Bereitschaftszimmer des diensthabenden Arztes. Die Erschließung dieser Bereiche erfolgt über den Verbindungsflur, der AVD kann bei Bedarf auch direkt den Intensivbereich erreichen. Der Speisewagen Andockraum wird ebenfalls in diesem Bereich untergebracht. Von hier aus können alle Stationen auf kurzem Wege mit Essen versorgt werden.
Der gemeinsame Bereich wird in einem Sonderbaukörper mit gleichem Grundprinzip untergebracht. Die hoch komplexe, sich selbst organisierende organische Zelle verbindet sich mit den „rationalen“ Baukörpern zu einem Ganzen. Gleichsam eine Metapher für die verschiedene Ordnungsprinzipien, welche unser Leben und Handeln bestimmen.
Besucher und Patienten werden - an einer nach innen und außen orientierten Pforte vorbei - in eine kleine zweigeschossige Halle geführt. Die nördlich untergebrachten 3 Stationen werden über eine ‚Nabelschnur’ an den gemeinsam genutzten Bereich angebunden.
Alle hoch frequentierten Bereiche wie Ergotherapie und Gruppenräume, aber auch die Psychiatrische Institutsambulanz werden im EG organisiert. Ein in die Halle gestelltes Treppenhaus mit Aufzug führt in das Obergeschoss, in welchem vor allem die Verwaltungsräume und der Konferenzbereich untergebracht werden.
Der großzügige Innenhof gewährleistet für Patienten und Beschäftigte eine gute Orientierung sowie eine offene und übersichtliche Atmosphäre.