Neubau Fachklinik Höchsten in Bad Saulgau

Nach vielen Standortuntersuchungen im Vorfeld der Planungen wurde dieser besondere Ort in Bad Saulgau für den Neubau des Fachkrankenhauses ausgewählt.
Die besondere Herausforderung der Aufgabestellung war für uns der sensible Umgang mit der Landschaft mit weitreichen-den Blickbeziehungen vom und zum Neubau. Wir suchten nach einer Architektur, die sich hinsichtlich Gliederung und Materiali-tät in die Landschaft einfügt, sich jedoch nicht versteckt, viel-mehr kraftvoll und selbstbewusst seine Funktion als Ort der Hei-lung nach außen trägt.
Die große Masse des Neubaus, rund 25.000 cbm, galt es so zu gliedern, dass neben dem Anspruch, das Gebäude harmonisch in die Landschaft zu integrieren, die funktionalen und insbeson-dere die atmosphärischen Anforderungen, die an ein Fachkran-kenhaus gestellt werden, in optimaler Weise erfüllt werden.
Der Neubau geht differenziert auf die vorhandene Hangsituati-on ein.
In dem entsprechend der Hangsituation „abgetreppten“ Basis-geschoss sind sämtliche Funktions- und Therapieräume sowie die gemeinsam genutzten Räume untergebracht. Eine durchge-hende gut orientierte, parallel zum Siebenkreuzerweg verlau-fende „Magistrale“ mit freiem Blick auf Kloster Sießen verbindet alle Ebenen und Funktionen miteinander.
Das Sockelgeschoss als Hauptschlagader des Neubaus erlebt man durch die gute Orientierung der Magistrale als einen zu-sammenhängenden Raum, obwohl es auf drei Ebenen gesplittet ist. Die Magistrale konzentriert zum einen die Patientenbewe-gungen, ermöglicht durch den Außenbezug eine leichte Orien-tierung im Gebäude und wird zum lebendigen informellen Be-gegnungs- und Aufenthaltsraum für Patienten und Therapeuten.
Die Wohnbereiche der Patienten haben wir in drei überschauba-re kubische Einheiten aufgeteilt, welche auf das Sockelgeschoss gestellt wurden. Dies führt zu einer klaren Ablesbarkeit der Funktions- und Wohnbereiche und darüber hinaus zu der ge-wünschten Maßstäblichkeit des gesamten Bauwerks. Die Wohn-bereiche sind direkt an die Magistrale angeschlossen und erlau-ben durch großzügige französische Fenster von allen Räumen den freien Blick in die schöne oberschwäbische Landschaft. Die Wohntürme auf dem Sockelgeschoss sind gegenüber einander so verdreht und verschoben, dass sie sich gegenseitig nicht verdecken und den Bewohnern aus allen Wohnbereichen eine freie Blickbeziehung zur Landschaft gewährleisten.
Hinsichtlich der Materialität und der Details haben wir nach ein-fachen und nachhaltigen Lösungen gesucht, die auch die stren-gen wirtschaftlichen Grenzen eines „GU-Projektes“ erfüllen.
Eine naturbelassene Schalung aus heimischem Lärchenholz, welche im Lauf der Zeit eine silbergraue Färbung einnehmen wird, trägt dazu bei, das große Gebäude als Teil der Landschaft zu begreifen.
Wir suchten nach einer Architektur, die dazu beiträgt, Menschen in schwierigen Lebensumständen zu unterstützen und Wert-schätzung spüren lässt.

  • Planungsbeginn: September 2007
  • Baubeginn: Januar 2009
  • Fertigstellung: Dezember 2010
  • Baukosten: 15.700.00 €
  • BGF: 6.900 m²
  • BRI: 26.700 m³

Bauherr: Die Zieglersche e.V.
88348 Bad Saulgau

Fotos: Gerd Jütten - Fotodesign.de