Neubau Wohnquartier Ettlingen

Die Lage des Planungsgebietes am ausgedünnten Ortsrand bietet wenig
Anknüpfungspunkte, gleichzeitig ist jedoch der Ortseingang an einer Bundesstraße zu
gestalten. Östlich schließt das Parkgelände an, im Norden mehrgeschossige
Mehrfamilienhäuser einerseits und jenseits der Rastatter Straße flache und unscheinbare
Stadtausläufer in Form von loser Einzelhausbebauung.
Der Entwurf reagiert auf dieses Umfeld mit einer klaren, blockrandähnlichen Struktur, die
geeignet ist einen eigenen identitätsstiftenden Mittel- und Bezugspunkt zu bilden. Das
Konzept basiert auf einer räumlichen Gestaltung, welche den Blockrand ausdrucksstark
thematisiert, ohne sich klösterlich abzuschotten. Die Ausbildung von zwei hintereinander
gestaffelten Kopfbauten an der Dieselstraße lässt Raum für einen angemessenen
platzartigen Vorbereich, der die fünfgeschossigen Kopfbauten inszeniert und ein
freundliches Signal als Auftakt zum Quartier und Ortseingang setzt. Die Gebäudehöhen
bewegen sich dabei zwischen drei und fünf Geschossen. Nach Norden bildet ein
zweigeschossiger, großzügiger Durchgang die Verknüpfung des Quartiermittelpunktes mit
dem angrenzenden Wohngebiet und der vorbeiführenden Fuß- und Radwegverbindung
sowie den kurzen Weg zu den auf der Nordseite liegenden Eingängen zu den Seniorenund
Jugendwohnungen. Nach Osten öffnet sich der Block ebenfalls und bietet so einen
Kurzschluss von den Familienwohnungen in Richtung Kindergarten.
Die Seniorenwohnungen befinden sich im nordwestlichen Bereich, mit Südausrichtung in
den Hofbereich, erschlossen durch Laubengänge auf der Nordseite. Die Appartements für
Junges Wohnen im nordöstlichen Baukörper werden ebenfalls von Norden erschlossen
und sind über den Laubengang an die Seniorenwohnungen angeschlossen. Auf diese
Weise ist in diesem Bereich eine bedarfsgerechte Anpassung der Wohnungszuordnung
einfach möglich. Die Familienwohnungen im südlichen Baukörper werden direkt vom
geschützten Hofbereich her erschlossen, so dass kleinere Kinder gefahrlos zum Spielen in
den Hof gehen können und von den Wohnungen aus gut kontrollierbar sind. Der
Hofbereich ist autofrei, lediglich für Rettungsfahrzeuge befahrbar. Die Wohnungsgrößen
entsprechen den Wünschen des Auslobers. Im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss des
südlichen Baukörpers entlang der Rastatter Straße steht die Option, dass insgesamt 40
noch zu planende Wohnplätze als Variowohneinheiten vorgesehen werden. Im Interesse
einer größtmöglichen Flexibilität werden die Wohnungen nicht nur barrierefrei erreichbar
sondern auch im Basisstandard barrierefrei nutzbar geplant (kein R-Standard).
Konstruktion und Materialität
Knappe und wenige Details bestimmen das Erscheinungsbild des Gebäudes. Die
Neubauten erhalten eine verputzte Fassade aus Dämmziegeln, wodurch eine werthaltige
Fassade gegeben ist. Die Fensterelemente werden als Holz-Aluminium-Konstruktion mit
Dreifachverglasung vorgeschlagen. Das Tragwerkkonzept ist gekennzeichnet durch
vorwiegend einachsig gespannte Geschossdecken, die von innen liegenden
Mauerwerkswänden getragen werden und die Aussteifung gemeinsam mit den
Aufzugsschächten gewährleisten. Das Untergeschoss mit Tiefgaragennutzung ist fast über
das gesamte zur Verfügung stehende Grundstück angeordnet. Die Führung der
Fahrspuren und die Lage der Stellplätze sind so auf die darüberstehenden
Gebäudefluchten abgestimmt, dass eine gradlinige Lastenabtragung gewährleistet werden
kann.


Freianlagen
Die Neubauten umschließen einen, steinernen Platz. Gliedernde Elemente auf dem Platz
sind ein mit einer Sitzbank eingefasster Solitärbaum, eine gesplittete Fläche, sowie
Heckenkuben. Die immergrünen Heckenkuben, Kirschlorbeer, und eine Mauer zum Platz
umschließen die ebenerdigen Wohnterrassen. Der in einen Trog gepflanzte Catalpa mit
lichtdurchfluteter Krone ist der Ruhepunkt am Ort. Überdachte Aufstellmöglichkeiten für
Besucherfahrräder gibt es im nördlichen Durchgangsbereich. Für die Bodenmaterialien
wird ein Naturstein vorgeschlagen. Der Naturstein ist dauerhaft und nachhaltig.

 

  • Planungsbeginn: 08/2017
  • Bearbeitung: LPH 2-8
  • Gesamtkosten: ca. 18 Mio. €
  • Wfl: 5.672 m²
  • NUF: 7.472 m²
  • BGF: 11.468 m²
  • BRI: 3.780 m³

Bauherr: Stadtbau Ettlingen GmbH

 

Projektanschrift:
Raststatter Straße/Dieselstraße
76275 Ettlingen